Not Flydays, but Fridays for Future!

Am Donnerstag, den 28. März 2019 fand der zweite „Luftverkehrsgipfel“, d.h. das zweite Treffen der maßgeblichen Luftfahrtlobbyisten Deutschlands in Hamburg statt. Obwohl allen Beteiligten klar ist, dass der Luftverkehr (in nahezu allen Teilbereichen) bereits jetzt an seine Grenzen stößt bzw. diese überschritten hat, wurde vorgetragen, dass der bundesdeutsche Luftverkehr jährlich um weitere vier Prozent steigen wird soll. Aussagen zur Umweltschädlichkeit des Fliegens wurden nicht getätigt. Maßnahmen zur Eindämmung des Luftverkehrs blieben kategorisch ausgeklammert.

Da standen sie, die geistig gestrigen Männer sowie Frauen und versuchten verkrampft ihrem Lieblingsspielzeug die Absolution zu erteilen. Umwelt- und Klimaschutz? Kein Interesse! Es ist höchste Zeit, dass diese Leute abgewählt bzw. abberufen werden. Denn es gilt die Maxime: Not Flydays, but Fridays for Future!

Greta Thunberg photographiert von Andreas Hellberg (Sweden)

Szenenwechsel: Am Samstag, den 30. März 2019 wurde Greta Thunberg für ihr überragendes Engagement für den Klimaschutz in Berlin die Goldene Kamera verliehen. Hier ihre (erneut) beeindruckende Rede:

I dedicate this award to the people fighting to protect the Hambach Forest. And to activists everywhere who are fighting to keep the fossil fuels in the ground.

We live in a strange world. Where all the united science tells us that we are about 11 years away from setting off an irreversible chain reaction way beyond human control that will probably be the end of our civilization as we know it.

We live in a strange world where children must sacrifice their own education in order to protest against the destruction of their future.

Where the people who have contributed the least to this crisis are the ones who are going to be affected the most. Where politicians say it’s too expensive to save the world, while spending trillions of euros subsidizing fossil fuels.

We live in a strange world where no one dares to look beyond our current political systems even though its clear that the answers we seek will not be found within the politics of today. Where some people seem to be more concerned about the presence in school of some children than the future of humankind.

Where everyone can choose their own reality and buy their own truth.

Where our survival is depending on a small, rapidly disappearing carbon budget. And hardly anyone even knows it exists.

We live in a strange world. Where we think we can buy or build our way out of a crisis that has been created by buying and building things.

Where a football game or a film gala gets more media attention than the biggest crisis humanity has ever faced.

Where celebrities, film and pop-stars who have stood up against all injustices will not stand up for our environment and for climate justice because that would inflict on their right to fly around the world visiting their favorite restaurants, beaches and yoga retreats.

Avoiding catastrophic climate breakdown is to do the seemingly impossible. And that is what we have to do.

But here is the truth: we can’t do it without you in the audience here tonight. People see you celebrities as Gods. You influence billions of people. We need you.

You can use your voice to raise awareness about this global crisis. You can help turn individuals into movements. You can help us wake up our leaders – and let them know that our house is on fire.

We live in a strange world. But it’s the world that my generation has been handed. It’s the only world we’ve got.

We are now standing at a crossroads in history. We are failing but we have not yet failed. We can still fix this. It’s up to us.

Fridays for Future: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!“

Dass Fliegen der (mit Abstand) umweltschädlichste Verkehrsträger ist, ist unbestritten. Mittlerweile absolviert jede Hamburgerin und jeder Hamburger (vom Säugling bis zum Greis) pro Jahr (statistisch) 5,6 Flüge à 1.088 km. Hierbei werden pro Person 1.820 kg CO2 ausgestoßen. Bei aktuell 1.835.000 Einwohnern Hamburgs macht dies einen luftverkehrsbedingten Schadstoffausstoß von rund 3,4 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid pro Jahr. Auch der geplante (sporadische) Einsatz von sogenanntem „Biokerosyn“ wird an dieser immensen Klimalast nichts ändern. Einzig weniger Fliegen ist die Lösung!

Um mit den Worten von Greta Thunberg zu sprechen: Wir stehen an einem Scheidepunkt der Geschichte. Wir drohen zu scheitern aber wir haben noch nicht verloren. Wir können den Prozess noch stoppen. Es liegt an uns zu handeln!

 

Mangelnde Flugscham

Laut Deutscher Flugsicherung GmbH (DFS) fanden 2018 im deutschen Luftraum so viele Flüge wie noch nie statt. Insgesamt waren es 3.346.448 Stück, die von der DFS registriert wurden; eine Steigerung um 4,2 % gegenüber 2017. Auch die Anzahl der Starts und Landungen an den deutschen Verkehrsflughäfen hat sich weiter erhöht: An den 16 international tätigen Flughäfen im Lande wurden im vergangenen Jahr insgesamt 2.129.744 Starts und Landungen durchgeführt. Der verkehrsreichste Tag war der 7. September 2018 mit 11.024 Flugbewegungen; auch das ist ein neuer Allzeitrekord – leider keiner, über den sich ein klimaschutzbewusster Mensch freuen kann … Mangelnde Flugscham weiterlesen

„Fliegen für den Klimawandel“

Industrialisierung, Globalisierung, Ausbeutung von Rohstoffreserven, Zerstörung von Lebensräumen, Schadstoffausstoß, Bevölkerungswachstum – erdgeschichtlich befinden wir uns im Anthropozän; dem Zeitalter, in dem der handelnde Mensch zum wichtigsten Einflussfaktor auf die biologischen und atmosphärischen Prozesse auf der Erde geworden ist. Die ökologischen Belastungsgrenzen des Planeten – deren Überschreitung die Stabilität des Ökosystems und die Lebensgrundlagen der Menschheit insgesamt gefährdet – sind weit überschritten.

Im Zuge der Umweltschutz– und Klimawandeldebatte ist es von großer Bedeutung, zu wissen, welches die Hauptbelastungsfaktoren sind: Der ökologische Fußabdruck stellt in diesem Zusammenhang einen wichtigen Nachhaltigkeitsindikator dar. Eingepreist in die Berechnung werden der Verbrauch an stofflichen sowie energetischen Ressourcen sowie die entstehenden Abfallprodukte. Ergänzend zum ökologischen Fußabdruck ist der Sustainable Process Index (SPI) zu sehen, da dieser neben den Stoff- und Energieflüssen auch sämtliche Emissionen „einpreist“. Betrachtet werden: (1) der direkte Flächenverbrauch, (2) der Verbrauch nicht-erneuerbarer Rohstoffe, (3) der Verbrauch erneuerbarer Rohstoffe, (4) der Verbrauch fossiler Rohstoffe, (5) die Emissionen in die Luft, (6) die Emissionen in das Wasser, (7) die Emissionen in den Boden. „Fliegen für den Klimawandel“ weiterlesen

Entgelt(un)ordnung

Auf die Schriftliche Kleine Anfrage „Umsetzung 16-Punkte-Plan: Neue Entgeltordnung am Hamburg Airport?“ (Drucksache 21/8809) der SPD-Abgeordneten Dr. Andreas Dressel, Monika Schaal und Dorothee Martin sowie der GRÜNEN-Abgeordneten Dr. Anjes Tjarks und Ulrike Sparr vom 21. April 2017 antwortet der regierende Senat – auf der Grundlage von Auskünften der kommerziellen Flughafen-Betreibergesellschaft (FHG), d.h. des Zustandsstörers – dahingehend, dass ein wesentliches Instrument zur Erreichung des Ziels, den Lärmschutz für die von Fluglärm betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner stetig zu verbessern, das Setzen finanzieller Anreize für den „Einsatz besonders lärmarmer Flugzeuge“ und für die „Vermeidung der sensibleren Tagesrandzeiten bei der Flugplanung“ sei. Anlass, sich die neue Entgeltordnung insbesondere auf ihre Zielgerichtetheit genauer anzusehen … Entgelt(un)ordnung weiterlesen

Maß und Übermaß

In Hamburg belasten diverse Lärmtypen jeweils Teile der Bevölkerung; Straßen- und Schienenlärm, Fluglärm, (Hafen-)Industrielärm und Eventlärm sind herausragend zu nennen. Bezüglich des Fluglärms ist festzuhalten, dass acht von zehn Hamburgerinnen und Hamburger den Flughafen in Fuhlsbüttel nutzen, ohne selbst von den Negativfolgen des Flughafenbetriebes betroffen zu sein. Dies führt dazu, dass das Fluglärmproblem seitens der zuständigen Fachbehörden sowie der politischen Entscheidungsträger über Jahrzehnte als weniger dringlich erachtet wurde. Erst in den vergangenen Jahren hat ein Umdenken begonnen: Im Koalitionsvertrag des regierenden Senats wurde dem Thema „Reduzierung des Fluglärms“ ein deutliches Gewicht beigemessen. Ein Ergebnis stellt das Fluglärmschutzbeauftragtengesetz aus dem Jahr 2016 dar. Maß und Übermaß weiterlesen